Daniel’s Blog

Archive for June, 1999

June 30, 1999 4:56 pm

Während Oli mit Claus über die Bergrücken wandert, besuche ich den Skaftafelljökull und sonne mich anschließend auf dem CP.

June 29, 1999 4:56 pm

Am Jökulsárlón trifft Claus mit dem Bus ein, um sich das ganze mal anzusehen. Ihn sehen wir in Skaftafell wieder.

 

Nachdem wir dorthin geradelt sind, wandern wir erstmal zum Svartifoss. Bei schönstem Wetter gehen wir in T-Shirt und kurzer Hose dorthin. Zurück von dort wollen wir einen laut Nationalpark-Karte begehbaren Weg entlang der Skeiðará wählen, der aber wegen “Gefährlicher Stellen” unbegehbar sein soll. Wir wählen ihn aber trotzdem und werden dafür einen wunderschönen Weg zurücklegen. Zurück am Campingplatz rufe ich erst mal zu Hause an, um die Geldsorgen zu lösen. Unser Vater hat mittlerweile guten Erfolg gehabt und alle erdenklichen Hebel in Bewegung gesetzt, um uns doch noch das Geld zukommen zu lassen. Wir werden es in Kirkjubæjarklaustur bei der Post erhalten.

June 28, 1999 4:56 pm

Unsere Geldvorräte gehen langsam zu Ende, so dass ich das Geld mit unserer VISA-Plus-Karte der Postbank abheben möchte. Laut Versicherung der Postbank vor der Reise sollte dies auch möglich sein. Nachdem ich aber bei einer Bank in Höfn mich ein bisschen aufgeregt habe, dass es doch nicht funktioniert, hilft man mir dort und lässt mich wenigstens ein paar Telefongespräche führen. Die Postbank aus Deutschland will mal wieder nicht helfen, fühlt sich dafür nicht zuständig. Deswegen informiere ich vom Campingplatz aus unseren Vater, der mal ein bisschen Druck in Bonn machen soll deswegen. Auch Frank hilft uns zunächst mit seinem Handy aus. Da aber zunächst keine Lösung für unser Geldproblem in Sicht ist, gibt uns Frank sein überzähliges Geld (er reist ja ab) ohne jegliche Garantien von unserer Seite zu fordern. So versorgt brechen wir nun auf; in Skaftafell hoffen wir von der Lösung unseres Problems zu erfahren. Wir fahren entlang der imposanten Gletscher. Der Höhepunkt unserer Etappe ist dann auf jeden Fall der Übernachtungsplatz auf einem Hügel am Jökulsárlón (geht ja heute nicht mehr), Ausblick direkt auf den kalbenden Gletscher. Einfach nur toll. Wir wandern noch ein bisschen umher und schauen uns die Gegend an.

June 27, 1999 4:55 pm

Heute wollen wir nach Höfn fahren. Der Regen lässt langsam nach, so dass wir um 10Uhr losfahren. Zunächst begegnen wir einem Vermessungstrupp, der die ersten Arbeiten für die Asphaltierung der No.1 in diesem Bereich durchführt. Beeindruckend in diesem Bereich sind die Geröllhänge der Hvalnesskriður, auf deren südlichen Seite es sehr steil bergab geht. Bei Stafafell haben wir dann auf einem alten Gemäuer einen warmen Sitzplatz gefunden, wo wir unsere Mittagspause abhalten. Der Rückenwind ist heute so stark, dass wir lange mit 30km/h unterwegs sind. Dazu kommt die Sonne immer mehr raus. Mit Rückenwind packen wir dann sogar den Pass zur Almannaskarð im Fahren. Dort oben erwartet uns dann ein grandioses Panorama und eine steife Brise (9-10), die uns zum schief gehen zwingt. Das Panorama reicht über viele Gletscher bzw. Gletscherzungen des Vatnajökull bis nach Höfn. Um dorthin zu gelangen, muss man (noch, nicht mehr lange) eine 16% steile Rampe herab fahren. Wir machen das nur im Schritttempo und legen in der Mitte eine Pause zum Abkühlen der Bremsen ein. In Höfn treffen wir einen Harley-Fahrer (Frank) von der Fähre wieder, der wieder nach Hause fährt, da sein Material den Strapazen nicht gewachsen war. Nach den letzten beiden Tagen ohne Dusche suchen wir nun das Schwimmbad auf und lassen es uns dort gut gehen. Morgen wir Oli noch neue Pedale bekommen (Vor-Ort-Service;-) ), da das Kugellager einer Pedale komischerweise gebrochen ist.

June 26, 1999 4:55 pm

Wir stehen nach dem anstrengenden gestrigen Tag spät auf und radeln zunächst mit starkem Rückenwind den Berufjörður hinauf. Nur leider geht es ja auf der anderen Seite des Fjordes mit starkem Gegenwind gen Djupivogur. Die Geschwindigkeit liegt bei 6km/h. In Djupivogur legen wir eine kleine Pause für Essen und Essen kaufen ein, wir wollen hier nicht bleiben. Eigentlich wollten wir ja bis Stafafell í Lóni, was aber wegen den Winden verworfen wird. Wir schlagen daher heute unser Zelt wild auf und werden dabei von mehreren Schafen besucht. Nun ist auch der Low-Rider von meinem Bruder kaputt, den dieser diesmal mit einem Deckel einer Konservenbüchse gut reparieren kann.

June 25, 1999 4:55 pm

Der nächste Morgen nach einer regnerischen Nacht im trockenen Zelt und Schlafsack beginnt vielversprechend. Die Sonne scheint zwar nicht, es hat aber wenigstens aufgehört zu regnen. Beschwingt besteigen wir die hinten und vorne beladenen Fahrräder zu unserer ersten Etappe. Auf der Hauptstrasse No. 1, die die Insel umrundet, testen wir die Geschwindigkeit unserer zu Reiserädern umgerüsteten Mountainbikes. Der Asphalt ist im letzten Monat erst in diesem Abschnitt aufgebracht worden.

 

Schon nach 10km endet dieses Vergnügen, weiter geht es auf einer verdichteten Schotterfläche. Der Verkehr ist nicht sehr dicht, alle 10 Minuten begegnet uns ein Auto. Wir fühlen uns in allen Bereichen sagenhaft frei. An jeder Ecke trifft man einen Stein oder einen Hügel, indem Elfen, Trolle oder Feen wohnen, worauf in Island beim Straßenbau Rücksicht genommen wird.

Der Tacho zeigt jetzt bereits 50km an und vor uns steht die nächste Bergwertung. Wir nehmen die nicht sehr schwierig aussehende Steigung in Angriff, als es plötzlich zu regnen beginnt. Nach weiteren 100m auf der Piste sinkt die Temperatur auf 0°C ab, im Regen sind einzelne Schneeflocken auszumachen. Wir sind auf der Bergkuppe völlig entkräftet und durchfroren und erblicken zu unserer Rettung die orange-rote Schutzhütte, die überall auf Island an gefährlichen Stellen zu finden sind. In der 6qm großen Hütte macht mein Bruder mit dort gelagertem Holz im Ofen ein Feuer; ich kümmere mich darum, aus dem Teeeisklumpen in unseren Wasserflaschen etwas Trinkbares zu machen. Nach 2 Stunden sind wir durch die Wärme wieder moralisch und körperlich in der Lage durch den Regen unserem heutigen Etappenziel ein Stück näher zu kommen: dem Zeltplatz der Jugendherberge Berunes an der Südostküste Islands.

 

Während das Rad entlang der Küste bergab- und aufwärts rollt, sind wir mit unseren Gedanken sowohl auf der Strasse, als auch völlig allein mit uns selbst und der Brandung des Atlantik. Ich komme mir ziemlich klein in der Welt vor, nichts als Wasser und tausende Seevögel, die kreischend auf mich niederstoßen, als hätten sie mich zum Abendessen gewählt. Das Wetter hat sich seit dem Umschwung am Berg immer noch nicht verändert. Deshalb nehmen wir die Einladung der Herbergseltern gerne an, uns durch eine sehr heiße Dusche wieder zu erwärmen, bevor wir uns ins Zelt zurückziehen. Das heiße Wasser aus einer der umgebenden heißen Quelle weckt unter der Dusche unsere Lebensgeister und wir beschließen doch in einem richtigen Bett zu übernachten. Nach einem ausgiebigen Abendessen mit Kartoffeln und Erbsen feiern wir mit einer deutschen Reisegruppe und den isländischen Reiseleitern Geburtstag. Der Isländer erzählt uns schaurige Troll- und Elfengeschichten, dazu gibt es isländischen „Brennivin”, der übersetzt der „Schwarze Tod” heißt, einen Schnaps. Am nächsten Morgen schlafen wir bis 10 Uhr und freuen uns wieder auf die kommenden 41 Tage.

June 24, 1999 4:54 pm

Island- wer denkt bei diesem Wort an erholsamen Urlaub, wer an einen sonnigen Platz mit Temperaturen bis zu 25° C? Man erwartet doch Strapazen und eine durchschnittliche Temperatur die den arktischen Gebieten näher kommt als dem Mittelmeerraum im Herbst.

 

Mit eben dieser Erwartung erreichen wir zum ersten Mal isländischen Boden. Nach uns strömen noch viele Touristen aus dem Bauch der Fähre; die Mutigsten haben sich gleich alte Armeefahrzeuge besorgt, um den isländischen Strassen- und Witterungsbedingungen zu trotzen. Vor uns liegen 6 Wochen Fahrradurlaub auf Island, der uns sowohl Erholung als auch eine große Prise Abenteuer bringen soll.

 

Die ersten 100m vom Schiff zur Bank bestätigen uns in der Annahme, den ganzen Urlaub frieren und nasse Kleidung tragen zu müssen.

Selbst Mitte Juni liegt hier noch genug Schnee, den Darmstadt in einem ganzen Jahr nicht sieht. In der Landesbank angekommen, wärmen wir uns erst einmal mit dem in Island in vielen Geschäften üblichen „kaffi” (Kaffee), der dort jedem Kunden kostenlos zur Verfügung steht. Wir besuchen mit den neu erworbenen isländischen Kronen den örtlichen Supermarkt, um schon einmal die isländischen Süßwaren zu testen und uns mit Proviant einzudecken, der uns in den nächsten dreißig Kilometern verlorengegangene Energie zurückbringen soll.

 

Was sind schon dreißig Kilometer im Leben eines Radfahrers, der so wie wir im Jahr durchschnittlich 3000km zurücklegt? Diese Frage bekommt am Fuße eines hohen Berges eine völlig neue Bedeutung, wenn man überlegt, wie viel Gewicht man diesen Berg hinaufstrampeln muss: 30kg Fahrrad + 30kg Gepäck +70kg Radfahrer sind 130 kg, die bewegt werden wollen!

 

Außerdem nimmt ein Schild einem jede Hoffnung, diesen Urlaub mit einer gemütlichen Bergfahrt zu beginnen. Für Isländer ist alles eine Steigung, was steiler als 12% ist. Wir bezwingen deshalb nur einen Hügel, der 10% Steigung aufweist. Teilweise ist an fahren gar nicht mehr zu denken, da der aufkommende Seenebel einem jede Sicht auf die (asphaltierte!) Straße raubt. Die Rückleuchte meines Bruders kann ich schon gar nicht mehr sehen.

„Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt!” bekommt auf Island eine neue Bedeutung. Ich kann mich auf jeden Fall nicht erinnern in Deutschland auf einer Hauptstrasse eine 20%(!) Steigung angetroffen zu haben, wie wir sie in Island mit unseren Fahrrädern vorfanden. Und auf gar keinen Fall wäre diese mit einer Schotteroberfläche versehen gewesen.

 

Aber jeder Bergrücken hat auch eine andere Talseite, die wir dann mit 60km/h in einer rasenden Abfahrt durch Haarnadelkurven erreichen.

Da wir nicht nur von oben mit Regen durchnässt worden, sondern auch durchgeschwitzt sind, erobern wir den Aufenthaltsraum der Touristeninformation in Egilsstadir in aller Eile. Jeder Heizkörper und Stuhl wird zur Trocknung der Kleidung verwendet, von innen wärmt uns wieder der Kaffee. Zum Mittagessen gibt es diesmal „kleinur”, leckere isländische Backspezialitäten aus dem angeschlossenen Supermarkt. Dort erwerben wir auch den Proviant für die nächsten drei Tage, da wir nicht damit rechnen in dieser Zeit einen zu finden.

June 23, 1999 4:54 pm

Bis die Fähre ablegt, haben wir noch etwas Zeit und schauen uns Torshavn sowie das Naturkundemuseum an. Da die Sonne scheint, sonnen wir uns noch etwas vor dem Zelt und schiffen dann ein.

June 22, 1999 4:54 pm

Zunächst waren wir Einkaufen: Brokkoli aus Roisdorf. Eine tolle Reise für so einen Strunk…

 

Gegen 10Uhr fahren wir dann mit Claus und Günther los in Richtung Norden und bis zur Sundbrücke. Dort fahren wir dann in Serpentinen hoch zu einem unbeleuchteten Tunnel, der doch große Konzentration abverlangt. Aber zumindest hat dieser Tunnel am rechten Fahrbahnrand einen Leitstreifen. Danach ging es wieder zum Meer hinunter. Dort machten wir in einer Siedlung auf einer grünen Wiese eine kleine Mittagsrast. Wir wurden von 3 Kindern mit Hunden neugierig beäugt. Da die Kinder unsere Kekse sahen, haben sie zunächst ihre Hunde zu uns geschickt, um zu betteln. Dann kamen die scheuen Kinder hinterher und wir hatten viel Spass miteinander, obwohl keiner ein Wort des anderen verstanden hat.

 

Am Ende des Fjordes wollten wir eigentlich mit einer Fähre nach Torhavn übersetzen; nach Nachfrage bei diversen Nachbarn mussten wir dann aber feststellen, dass diese Fähre nicht mehr verkehrt, obwohl es einer aktuellten Veröffentlichung des Jahres noch publiziert wurde. Da wir keine Lust hatten, mit dem Rad die Strecke zurück zu fahren, konnten wir nach stundenlangem Warten mit dem Bus zurückfahren. Nur Günther wollte kein Bus fahren, und war noch vor uns auf dem Campingplatz zurück.

June 21, 1999 4:53 pm

Nachdem wir dann erfolgreich auf den Färoern angekommen sind, bauen wir auf dem Campingplatz erstmal unser Zelt auf und frühstücken mit Günther und Claus 2h lang im Container des Zeltplatzes. Da die ansässigen Fahrradläden keine Low-Rider im Programm haben, besuchen wir einen Baumarkt, der Locheisen führt. Da man ja aber keine Metallwerkstatt auf einer Fahrradreise mitführt, mussten wir nur noch eine Lösung für die Montage finden. Diese kam uns in Form einer VW-Werkstatt entgegen, die uns freundlicherweise ihr gesamtes Material zur Verfügung stellten. Mit vereinten Kräften (Claus, Günther, Daniel und Oli) gelang es uns, einen absolut stabilen low-Rider zu bauen. Wir haben dann den noch funktionierenden Träger einfach vorsorglich mit versorgt.

 

Am Nachmittag sind wir nach Kirjubóur gewandert, was bei strahlendem Sonnenschein ein tolles Erlebnis war.